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Pai: ein Paradies für Hippies und Abenteurer

Mit dem Minivan starten wir um 10:30 vom Hostel aus nach Pai. Warum wir für die 137 km rund vier Stunden brauchen, wird spätestens nach einer Stunde Fahrtzeit klar: die Fahrt durch die Berge umfasst insgesamt 762 Haarnadelkurven und die Steigung in den Kurven ist beeindruckend. Gut, dass der Fahrer diese Strecke offensichtlich im Schlaf kennt und die Bremsen unseres Minivans durchhalten!

Pai selbst liegt wunderschön inmitten der nordthailändischen Berge und ist sehr touristisch – aber auf sympathische Art und Weise. Auf der Hauptstraße und ihre Nebenstraßen reiht sich ein Restaurant an das nächste, dazwischen befinden sich einige Streetfood-Stände und kleine Mode- und Kunsthandwerksläden. So richtig zum Leben erwacht die Stadt aber erst am Abend, wenn die Straßen zur Fußgängerzone werden und plötzlich wie aus dem Nichts noch viel, viel mehr Garküchen und Kunsthandwerkstände auftauchen. Spätestens jetzt spürt man auch das Hippie-Flair, für das Pai so berühmt ist…

Nachtmarkt auf der Hauptstraße von Pai
Am Abend verwandelt sich die Hauptstraße von Pai in eine Fußgängerzone voll mit kleinen Imbiss- und Souvenirständen und sehr gechillter Atmosphäre!
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Unglaublich, wie virtuos und schnell der Besitzer dieser Garküche die allerbesten Gerichte zaubern kann! Unser Green Curry war binnen fünf Minuten fertig gekocht und so richtig gut.

Unsere Unterkunft ist einfach, aber genial: Manfred hat auf booking.com einen Bungalow direkt am Fluss gebucht, der eigentlich nur aus einem winzigen Schlafzimmer und einem kleinen, aber sauberen Badezimmer besteht. Die meiste Zeit, die wir „zu Hause“ sind, verbringen wir ohnehin auf der kleinen, überdachten Veranda direkt vor unserem Schlafzimmer – ich in der Hängematte und Manfred auf dem Sessel neben mir 😉

Bungalow direkt am Fluss in Pai
Unser zuckersüßer Bungalow direkt am Fluss

Leider haben wir in Pai nicht wirklich viel Zeit zur Verfügung, eigentlich nur einen vollen Tag und auch hier nur den Vormittag, weil wir am Nachmittag arbeiten müssen. Eine geführte Tour in die Umgebung fällt somit aus, und um aus der Not eine Tugend zu machen, nehmen wir nach dem Frühstück ein Taxi, um uns auf diese Weise den Canyon und die heißen Quellen anzuschauen.

Ursprünglich also aus der Zeitnot geboren, entpuppt sich dieser Plan sehr schnell als genial: Am späten Vormittag verirren sich nämlich die wenigsten Touristen zu diesen landschaftlichen Highlights. Ob wegen der Mittagshitze oder der Partys am Vorabend, ist nicht ganz klar, aber für uns zählt ohnehin nur, dass uns der Canyon und die Quellen fast ganz alleine gehören.

Der Canyon ist nur etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und man kann ihn gratis besichtigen. Den kurzen Anstieg schaffe ich auch mit Sandalen, und schon nach fünf Minuten werden wir mit einem grandiosen Ausblick über den Canyon und die Berge der Umgebung belohnt. Und ich staune: ich habe auf unseren Reisen ja schon einige Canyons gesehen, aber noch nie einen aus Sandstein! Schaut großartig aus, und das Klettern über die Sandsteinstege und durch die schmalen Rinnen ist jetzt mit den Sandalen doch nicht ganz so einfach…

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Der einzigartige Pai-Canyon mit den Sandsteinstegen und der grandiosen Aussicht gehört uns am späten Vormittag ganz alleine! Ganz anders ist das zu Sonnenuntergang, da ist hier nämlich große Party – nicht ganz unser Geschmack…

So schön er auch ist, heiß ist es natürlich trotzdem hier, und so fahren wir bald weiter zu den heißen Quellen. Auch diese Fahrt dauert nur wenige Minuten. Vom Parkplatz gelangen wir in wenigen Minuten zu den von einem Bach gespeisten kleinen Becken mit Wasser unterschiedlicher Temperatur. Wir beginnen in einem Becken mit 35° und zuerst schaffe ich es kaum, die Zehen hineinzuhalten, so heiß ist das Wasser! Aber bald gewöhnt sich der Körper daran und wir legen uns zur Gänze ins heiße Wasser und – ooooh, ist das herrlich! Das Wasser ist ganz weich, der ganze Körper entspannt sich, die Organe fühlen sich ganz leicht an – ich fühle mich wie im Himmel!

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Am liebsten würde ich den ganzen Tag in dieser herrlich warmen Badewanne bleiben.

Zwischendurch gehe ich in ein kühleres Becken, das von dichten Farnpflanzen umrahmt ist, auch das fühlt sich fantastisch an, doch immer wieder zieht es mich in die heißen Becken. Das 38° warme Wasser ist den wenigen anderen Leuten, die sich das bei dieser Hitze überhaupt antun, offensichtlich zu heiß, und so habe ich dieses Becken ganz für mich alleine. Herrlich!

Am Ursprung der heißen Quelle kochen die Einheimischen Eier
Am Ursprung der Quelle ist das Wasser mit 80-100° so heiß, dass man darin Eier kochen kann! Einheimische legen ganze Netze mit Eiern hinein, um sie an hungrige Touristen zu verkaufen.

Nur schwer trenne ich mich von diesem Paradies und nach ca. einer Viertelstunde sind wir schon wieder im Zentrum von Pai, wo wir uns mit einem riesigen Avocado-Hummus-Sandwich stärken.


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