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Vom Bus-Trauma zur Sunset-Tour – unterwegs von Nong Khiaw nach Luang Prabang

Da uns die denkwürdige Busfahrt von Luang Prabang nach Nong Khiaw noch in den Knochen sitzt, suchen wir nach einer bequemeren Alternative – und werden bei Manifa Travel, einer kleinen Reiseagentur direkt neben der Brücke in Nong Khiaw, fündig. Sie bieten eine ganztägige Kombination aus Ausflug und Transport von Nong Khiaw nach Luang Prabang an, die zu einem großen Teil auf dem Wasser verläuft. Auch der Preis klingt vernünftig – 43 Euro pro Person inkl. Tourguide, Mittagessen und Getränken – und so zögern wir nicht lange und buchen die Tour, allerdings online, weil sie dort deutlich günstiger ist.

Unser einziges Problem ist jetzt noch, dass wir die Rückreise nicht von Nong Khiaw, sondern vom etwa 1,5 Stunden flussaufwärts gelegenen Muang Ngoi starten und sich der Anschluss an unsere Tour mit dem Public Boat nicht ausgeht. Das ist aber kein wirkliches Hindernis: Ein Private Boat ist rasch gefunden, und den Preis von 20 Euro finden wir auch okay.

Die Tour in Nong Khiaw startet pünktlich, und sehr zu unserer Freude ist das Boot geräumig. Am Vorderdeck hat es sogar zwei Liegen, und wir werden mit Tee, Kaffee und Chips verwöhnt. Noch dazu müssen wir es nur mit drei weiteren Passagieren teilen, und nach unserer Anreise im Public Bus fühlt sich diese Fahrt fast wie purer Luxus an.

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Nach der Busfahrt erscheint uns dieses einfache Boot wie der pure Luxus.

Zwei Stunden schippern wir gemütlich dahin und sind fast ein bisschen traurig, als wir am Damm anlegen, wo wir leider wieder in einen Kleinbus umsteigen müssen. Dieser ist zwar wesentlich bequemer als der Public Bus auf der Hinreise, aber die holprigen Straßen sind immer noch die gleichen …

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Zurück auf der „bumpy road“ – daran hat sich leider nichts geändert.

Und so bleibt es uns nicht erspart, noch einmal zwei Stunden auf der „bumpy road“ zu verbringen, ehe wir im „Elephant Camp“ ankommen. Dieses ist weniger schlimm als befürchtet – zwar steht tatsächlich ein Elefant auf der Wiese, aber er wirkt ruhig und gut versorgt, während er gestreichelt, fotografiert und gefüttert wird. Ich schiebe meine Tierschutz-Bedenken daher ein Stück zur Seite und konzentriere mich lieber auf das Mittagsbuffet. Dieses ist erfreulich vielseitig und bietet sogar vegane Optionen – und damit wurde ich in den letzten Wochen ja nicht gerade verwöhnt!

Dermaßen gestärkt gehen wir nun zum aktiven Teil des Tages über. Wahlweise können wir zu unserem nächsten Ziel, der Buddha Cave, mit einem großen Boot oder dem Kajak fahren, und natürlich will ich mit dem Kajak – sehr zum Leidwesen von Fred, der sich vom letzten Mal nur allzu gut daran erinnert, dass ich beim Rudern nicht wirklich eine Hilfe bin …

Aber gutmütig, wie er ist, nimmt er im Kajak hinter mir Platz und wir beginnen zu paddeln. Zunächst bin ich noch frohgemut, aber bald merke ich, dass dieser Ausflug wirklich Muskelkraft erfordert! Zunächst paddeln wir eine gefühlte Ewigkeit durch einen fast stehenden Nebenfluss des Mekong. Wirklich anstrengend wird es aber, als wir dann den Mekong selbst queren müssen – hier gibt es nämlich eine Menge Strudel und Strömungen, und wenn man da nicht aufpasst, ist man ganz schnell abgetrieben.

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Ruhig wirkt der Fluss nur auf den ersten Blick.

Und so bin ich mehr als froh, als wir endlich bei den Buddha-Höhlen, den Pak Ou Caves, ankommen. Allerdings heißt es auch hier zunächst noch einmal anstrengen – insgesamt 230 Stufen müssen wir in der brütenden Hitze hinaufklettern, ehe wir schließlich die obere Höhle erreichen. Meine kurze Freude darüber, endlich nicht mehr paddeln zu müssen, verfliegt dabei ziemlich schnell.

In den Höhlen selbst stehen unzählige kleine und größere Buddha-Statuen, die über viele Jahre hinweg von Pilgern hierhergebracht wurden. Manche sind aus Holz, andere aus Stein, einige wirken alt und verwittert, andere fast neu. Schon seit dem 16. Jahrhundert gilt dieser Ort als spirituelle Stätte, an der Gläubige ihre Figuren als Zeichen des Glaubens und der Verehrung zurücklassen. Es ist kein spektakulärer Ort im klassischen Sinn, aber einer mit einer ganz eigenen, stillen Atmosphäre – man spürt hier die Energie der unzähligen Pilger, die im Laufe der Zeit ihre Sorgen und Bitten hierhergetragen haben.

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Über Jahrhunderte haben Pilger hier ihre Buddha-Statuen zurückgelassen. Irgendwann hört man auf zu zählen.

Nach der Besichtigung der Höhlen müssen wir zum Glück nicht zum Ausgangspunkt zurückpaddeln, sondern lediglich den Mekong noch einmal queren, ehe wir ein Stück flussabwärts von unserem Minibus erwartet werden. Dieser bringt uns nun zu einem Dorf in der Nähe, in dem man uns zeigt, wie hier aus Reis hochprozentiger Whisky hergestellt wird – ausführliche Verkostung inklusive! Die Verkostung ist zwar nichts für mich, aber zu sehen, wie mit einfachsten Mitteln das Destillat entsteht, finde ich durchaus spannend.

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Reis wird hier nicht nur gegessen, sondern auch zu hochprozentigem Whisky verarbeitet.

Nach dieser Einlage wartet am nahegelegenen Pier schon wieder ein Boot auf uns, diesmal ein deutlich größeres als in der Früh. Irgendwie haben es die Reiseagenturen geschafft, ganz viele Touren zu einer zusammenzufassen, und wir staunen, wie reibungslos dieser Ablauf funktioniert.

Jedenfalls haben wir uns auf diesen Teil der Tour ganz besonders gefreut, denn jetzt beginnt die Sunset-Tour auf dem Mekong, die in Luang Prabang endet. Und obwohl aufgrund der vielen Feuerrodungen ganz Südostasien schon seit einigen Wochen von einer dichten Dunstglocke bedeckt ist, ist der Sonnenuntergang wunderschön anzusehen. Und so sitzen wir glücklich mit unserem Eistee in der ersten Reihe des Bootes, die wir wundersamerweise ergattert haben, und schippern langsam in Richtung Luang Prabang, unserem nächsten Reiseziel. Nach diesem langen, abwechslungsreichen Tag ist diese ruhige Fahrt die perfekte Erholung.

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Der perfekte Abschluss eines langen, abwechslungsreichen Tages – Sonnenuntergang über dem Mekong.

Was wir in Luang Prabang erlebt haben – und vor allem, was ich dort vergessen habe – erzähle ich im nächsten Beitrag.


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